Sie besitzen ein Grundstück und erwägen dessen Verpachtung an Unternehmen im Bereich Bahntechnik? Umfassende Informationen zu den vielfältigen Möglichkeiten, potenziellen Erträgen und wichtigen rechtlichen Aspekten sind essenziell, um diese lukrative Option für beide Seiten gewinnbringend zu gestalten. Spezifische Anforderungen der Bahntechnik an Infrastruktur und Standort erfordern eine detaillierte Betrachtung.

Grundstück für Bahntechnik verpachten: Potenziale und Anforderungen

Die Verpachtung von Grundstücken für Bahntechnik bietet sowohl für Grundstückseigentümer als auch für Unternehmen der Schieneninfrastruktur erhebliche Chancen. Die kontinuierlich wachsende Bedeutung des Schienenverkehrs für Personen- und Gütertransport führt zu einem erhöhten Bedarf an spezialisierten Flächen. Dies umfasst Standorte für Werkstätten, Lagerhallen, Wartungsstützpunkte, Produktionsstätten für Komponenten oder auch für die Errichtung von Gleisanlagen und Anschlussbahnen. Die Verpachtung eines solchen Grundstücks kann eine stabile und langfristige Einnahmequelle darstellen, die über traditionelle Pachtmodelle hinausgeht, wenn die spezifischen Bedürfnisse der Bahntechnik berücksichtigt werden.

Bedarfsfelder der Bahntechnik an Grundstücken

Die Anforderungen der Bahntechnik an Grundstücke sind vielfältig und spezifisch. Sie lassen sich grob in mehrere Hauptkategorien unterteilen, die jeweils unterschiedliche Standortmerkmale und Infrastrukturanforderungen mit sich bringen:

  • Wartungs- und Instandhaltungsstützpunkte: Diese Standorte benötigen ausreichend Fläche für die Unterstellung von Zügen, Arbeitsgruben, Ersatzteillager und Werkstätten. Eine gute Erreichbarkeit, auch für schwere Fahrzeuge und Kräne, ist hierbei unerlässlich. Die Nähe zu bestehenden Bahnlinien kann ein entscheidender Vorteil sein.
  • Produktionsstätten für Komponenten und Fahrzeuge: Hersteller von Schienenfahrzeugen, Signaltechnik, Gleismaterialien oder anderer Bahnkomponenten benötigen großflächige Areale für ihre Fertigungshallen, Montagebereiche und Lager. Eine gute Anbindung an Transportwege, sowohl per Schiene als auch per Straße, ist hier von großer Bedeutung, um Rohmaterialien und fertige Produkte effizient zu bewegen.
  • Logistik- und Güterverkehrszentren: Für die Bündelung und den Umschlag von Gütern, die per Bahn transportiert werden, sind Standorte erforderlich, die über Gleisanschlüsse, Lagerkapazitäten und Umschlagflächen verfügen. Die Nähe zu wichtigen Verkehrsknotenpunkten und Industriestandorten ist hierbei ein kritischer Faktor.
  • Prüf- und Testgelände: Für die Entwicklung und Erprobung neuer Bahntechnologien, Fahrzeuge oder Infrastrukturkomponenten werden spezielle Teststrecken und Freiflächen benötigt. Diese müssen oft über spezifische Oberbauformen, Steigungen oder auch elektrische Spannungsversorgungen verfügen.
  • Dienstleistungszentren für Bahndienstleister: Unternehmen, die spezialisierte Dienstleistungen rund um die Bahn erbringen (z.B. Gleisbau, Oberleitungsbau, Reinigungsdienste), benötigen ebenfalls geeignete Standorte für ihre Fahrzeuge, Geräte und Personal.

Standortfaktoren für Grundstückspacht im Bahnsektor

Bei der Verpachtung eines Grundstücks für Bahntechnik spielen mehrere Standortfaktoren eine entscheidende Rolle, die über die reine Größe der Fläche hinausgehen. Diese Faktoren beeinflussen maßgeblich die Attraktivität und den potenziellen Pachtzins:

  • Netzanbindung: Eine direkte Anbindung an das bestehende Schienennetz ist oft die wichtigste Anforderung. Hierbei sind nicht nur die Gleislänge und -anzahl relevant, sondern auch die Kapazität und die Erreichbarkeit des Netzes für Güter- oder Personenzüge.
  • Infrastrukturvoraussetzungen: Bestehende oder leicht realisierbare Infrastruktur wie Stromversorgung (ggf. mit spezifischen Spannungsvorgaben für elektrische Antriebe), Wasser- und Abwasseranschlüsse, Kommunikationsnetze (Glasfaser) und gegebenenfalls gastechnische Versorgung sind wichtige Kriterien.
  • Flächengröße und Beschaffenheit: Die benötigte Fläche hängt stark vom Verwendungszweck ab. Wartungsstützpunkte benötigen beispielsweise lange, schmale Flächen, während Produktionsstätten eher breite und tiefere Areale erfordern. Die Tragfähigkeit des Bodens ist für schwere Maschinen und Gleisanlagen von Bedeutung.
  • Verkehrsanbindung: Neben der Schienenanbindung ist auch eine gute Anbindung an das Straßennetz für den Transport von Personal, Materialien und im Falle von Werkstätten für die Anlieferung von Ersatzteilen wichtig.
  • Zulassung und Genehmigungsverfahren: Die örtlichen Bauvorschriften und die Möglichkeiten für die Erlangung von Genehmigungen für die spezifische Nutzung im Bahnbereich sind entscheidend. Dies betrifft insbesondere Schallschutz, Umweltschutzauflagen und Sicherheitsbestimmungen.
  • Umgebungsbebauung und Lärmschutz: Die Nähe zu Wohngebieten kann zu Einschränkungen bei Lärmemissionen führen. Eine gute Schallisolierung oder die Wahl von Standorten in Gewerbe- oder Industriegebieten ist hierbei vorteilhaft.
  • Verfügbarkeit von Fachkräften: Die Nähe zu Ballungszentren oder Regionen mit einem Pool an qualifizierten Arbeitskräften für die Bahntechnik kann ein zusätzlicher Anreiz für Pächter sein.

Der Pachtvertrag: Gestaltung und wichtige Klauseln

Ein gut gestalteter Pachtvertrag ist das Fundament für eine erfolgreiche und konfliktfreie Zusammenarbeit. Er sollte alle relevanten Aspekte detailliert regeln, um spätere Unklarheiten oder Streitigkeiten zu vermeiden. Insbesondere bei der Pacht für Bahntechnik sind einige Besonderheiten zu beachten.

Schlüsselelemente eines Pachtvertrages für Bahntechnikgrundstücke

Folgende Aspekte sollten in einem Pachtvertrag für Grundstücke im Bereich Bahntechnik Berücksichtigung finden:

  • Vertragsgegenstand: Eine präzise Beschreibung des zu verpachtenden Grundstücks inklusive Katasterangaben und gegebenenfalls einer genauen Abgrenzung der genutzten Flächen.
  • Pachtdauer: Bahntechnische Projekte sind oft langfristig angelegt. Daher sind Pachtverträge über 10, 20 oder sogar mehr Jahre üblich. Optionen zur Verlängerung sollten klar geregelt sein.
  • Pachtzins und Zahlungsmodalitäten: Die Höhe des Pachtzinses orientiert sich an Lage, Größe, Infrastruktur und dem spezifischen Nutzungsbedarf. Regelmäßige Anpassungsklauseln (z.B. an die Inflation oder an Indizes) sind ratsam. Die Zahlungsintervalle (monatlich, vierteljährlich) und die Zahlungsfristen sollten festgelegt werden.
  • Nutzungszweck: Eine klare Definition, für welche spezifischen Zwecke das Grundstück genutzt werden darf. Dies schützt den Eigentümer vor unerwünschten Nutzungen und den Pächter vor Einschränkungen.
  • Bauliche Veränderungen und Rückbau: Regelungen, wer auf eigene Kosten welche baulichen Veränderungen vornehmen darf. Insbesondere bei der Errichtung von Gleisanschlüssen, Hallen oder speziellen Infrastrukturen ist dies essenziell. Die Pflichten und Kosten für den Rückbau nach Vertragsende müssen klar definiert sein.
  • Instandhaltung und Wartung: Wer ist für welche Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten am Grundstück und den errichteten Anlagen zuständig? Dies betrifft sowohl die Pachtsache selbst als auch die vom Pächter errichteten Infrastrukturen.
  • Versicherungen: Die Verpflichtung des Pächters zum Abschluss spezifischer Versicherungen (z.B. Betriebshaftpflicht, Umwelthaftpflicht) ist unabdingbar.
  • Kündigungsregelungen: Neben den gesetzlichen Kündigungsfristen können spezifische Gründe für eine außerordentliche Kündigung vereinbart werden, z.B. bei Zahlungsverzug, gravierender Vertragsverletzung oder Insolvenz des Pächters.
  • Gestattung von Leitungsrechten und Dienstbarkeiten: Falls erforderlich, können Regelungen für die Verlegung von Leitungen oder die Einräumung von Dienstbarkeiten für Dritte (z.B. für den Anschluss an das öffentliche Netz) aufgenommen werden.
  • Umgang mit behördlichen Auflagen: Wer trägt die Kosten und die Verantwortung für die Einhaltung behördlicher Auflagen, die sich aus der Nutzung des Grundstücks ergeben?

Besonderheiten bei der Pacht für Bahntechnik

Die Pacht für Bahntechnik stellt besondere Anforderungen, die sich von der Verpachtung von Wohn- oder Gewerbeflächen unterscheiden:

  • Gleisanschlüsse und Weichen: Die Errichtung, der Unterhalt und die Kosten für Gleisanschlüsse und Weichen müssen klar geregelt sein. Oft ist der Pächter für die Anbindung an das öffentliche Netz verantwortlich und trägt die damit verbundenen Kosten.
  • Bodentragfähigkeit und Bodenschutz: Bahntechnische Anlagen, insbesondere Gleise und schwere Maschinen, erfordern eine hohe Bodentragfähigkeit. Auflagen zum Bodenschutz und zur Vermeidung von Kontaminationen sind ebenfalls wichtig.
  • Lärm- und Emissionsschutz: Je nach Art der Nutzung können strenge Auflagen bezüglich Lärm und Emissionen gelten, die sich auf die Gestaltung und den Betrieb auswirken.
  • Sicherheit: Spezifische Sicherheitsanforderungen für den Bahnbetrieb, wie z.B. Sicherheitsabstände oder Zutrittsbeschränkungen, müssen im Pachtvertrag Berücksichtigung finden.
  • Langfristige Investitionen: Der Pächter wird oft erhebliche Investitionen in spezialisierte Infrastruktur tätigen. Der Pachtvertrag muss diese Investitionen absichern und Regelungen für deren Rückbau oder Übertragung nach Vertragsende vorsehen.

Bewertungsgrundlagen für den Pachtzins

Die Ermittlung eines angemessenen Pachtzinses für ein Grundstück, das für Bahntechnik genutzt werden soll, ist ein komplexer Prozess. Mehrere Faktoren fließen in die Bewertung ein und beeinflussen die Höhe der Pacht:

Faktoren, die den Pachtzins beeinflussen

  • Lage und Erreichbarkeit: Grundstücke in wirtschaftlich starken Regionen mit guter Verkehrsanbindung sind teurer. Eine direkte Anbindung an das Schienennetz ist ein erheblicher Werttreiber.
  • Größe und Zuschnitt der Fläche: Die reine Quadratmeterzahl ist nur ein Aspekt. Die Nutzbarkeit der Fläche, also der Zuschnitt und die Möglichkeit, die erforderlichen Anlagen zu errichten, ist entscheidend.
  • Vorhandene Infrastruktur: Grundstücke, die bereits über Anschlüsse an Strom, Wasser, Abwasser und Telekommunikation verfügen, sind wertvoller. Spezielle Anforderungen wie eine Hochspannungsversorgung können den Wert weiter steigern.
  • Bodengutachten und Tragfähigkeit: Ein Bodengutachten, das eine hohe Tragfähigkeit bescheinigt, ist für schwere Anlagen und Gleisbau unerlässlich und beeinflusst den Pachtwert positiv.
  • Nutzungsintensität und Dauer der Nutzung: Eine intensive und langfristige Nutzung rechtfertigt in der Regel einen höheren Pachtzins.
  • Regionale Marktentwicklung: Die allgemeine Nachfrage nach Gewerbe- und Industrieflächen sowie die spezifische Nachfrage im Bahntechniksektor in der Region spielen eine Rolle.
  • Spezifische Anforderungen der Bahntechnik: Je mehr das Grundstück den spezifischen Anforderungen des Pächters entspricht (z.B. durch bestehende Gleise, spezielle Bodeneigenschaften), desto höher kann der Pachtzins sein.
  • Investitionsbedarf des Pächters: Wenn der Pächter erhebliche eigene Investitionen tätigen muss, kann dies zu Beginn zu einem niedrigeren Pachtzins führen, der im Laufe der Zeit angepasst wird.

Methoden zur Pachtzinsermittlung

  • Vergleichswerte: Vergleich der Pachtpreise für ähnliche Grundstücke in der Region, die für vergleichbare gewerbliche oder industrielle Zwecke genutzt werden. Dies erfordert jedoch oft eine Anpassung aufgrund der spezifischen Anforderungen der Bahntechnik.
  • Ertragswertverfahren: Hierbei wird der potenzielle Ertrag, den der Pächter aus der Nutzung des Grundstücks erzielen kann, als Grundlage genommen. Dies ist oft schwierig zu ermitteln, kann aber in Spezialfällen angewendet werden.
  • Sachwertverfahren: Bei diesem Verfahren wird der Wert des Grundstücks basierend auf seinem Sachwert ermittelt, also abzüglich der abnutzbaren Bestandteile. Dies ist eher für den Verkauf relevant, kann aber als Orientierung dienen.
  • Individuelle Verhandlung: Die häufigste Methode ist die direkte Verhandlung zwischen Eigentümer und Pächter, bei der die oben genannten Faktoren berücksichtigt werden. Es ist ratsam, hierbei einen erfahrenen Berater hinzuzuziehen.

Vorbereitung des Grundstücks und rechtliche Aspekte

Bevor ein Grundstück für Bahntechnik verpachtet werden kann, sind oft vorbereitende Maßnahmen und die Klärung zahlreicher rechtlicher Fragestellungen notwendig, um den Wert zu steigern und die Vermietbarkeit zu verbessern.

Maßnahmen zur Grundstücksvorbereitung

  • Bodengutachten: Erstellung eines umfassenden Bodengutachtens, um die Tragfähigkeit und die Beschaffenheit des Bodens für schwere Anlagen zu belegen.
  • Vermessung und Abgrenzung: Eine exakte Vermessung und Abgrenzung des zu verpachtenden Grundstücks, falls es Teil einer größeren Liegenschaft ist.
  • Erschließung: Sicherstellung der Anbindung an öffentliche Versorgungsnetze (Strom, Wasser, Abwasser) oder die Vorbereitung für die Anbindung.
  • Zugangswege und Straßen: Schaffung oder Verbesserung von Zuwegungen, die auch für schwere Fahrzeuge und Baumaschinen geeignet sind.
  • Entsorgung von Altlasten: Falls Verdacht auf Altlasten besteht, ist eine Untersuchung und gegebenenfalls Sanierung notwendig.
  • Einholung von Informationen über Bebaubarkeit: Klärung des Bebauungsplans und der baurechtlichen Möglichkeiten für die gewünschte Nutzung.

Rechtliche Prüfungen und Genehmigungen

  • Grundbuch und Eigentumsverhältnisse: Überprüfung des Grundbuchs auf Belastungen, Grunddienstbarkeiten oder Vorkaufsrechte.
  • Bebauungsplan: Prüfung des geltenden Bebauungsplans, ob die geplante Nutzung zulässig ist. Gegebenenfalls ist die Einleitung eines Änderungsverfahrens notwendig.
  • Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP): Abhängig von der Art und Größe der geplanten Anlage kann eine UVP erforderlich sein.
  • Genehmigungsverfahren für Bahnanschlüsse: Die Anbindung an das öffentliche Schienennetz unterliegt strengen Genehmigungsverfahren durch die zuständigen Bahnbetriebsgesellschaften und Aufsichtsbehörden.
  • Denkmalschutz und Naturschutz: Prüfung, ob das Grundstück unter Denkmalschutz steht oder ob Naturschutzbestimmungen einzuhalten sind.
  • Versicherungs- und Haftungsfragen: Klärung der Verantwortlichkeiten für Schäden und die notwendigen Versicherungen.

Vorteile der Pacht von Grundstücken für Bahntechnik

Die Verpachtung eines Grundstücks für die Bahntechnik birgt eine Reihe von Vorteilen, die über eine reine Mietrendite hinausgehen können. Diese Vorteile machen die Option besonders attraktiv für Grundstückseigentümer, die nach langfristigen und stabilen Einkommensquellen suchen.

Wirtschaftliche und strategische Vorteile

  • Langfristige und stabile Einnahmen: Bahntechnische Unternehmen sind oft auf langfristige Standorte angewiesen, was zu Pachtverträgen über viele Jahre führt. Dies bietet eine hohe Planungssicherheit und ein stabiles Einkommen.
  • Wertsteigerung des Grundstücks: Die Errichtung von spezialisierter Infrastruktur durch den Pächter, wie z.B. Gleisanschlüsse oder Hallen, kann den Wert des Grundstücks nachhaltig steigern.
  • Geringere Verwaltungsaufwände (bei professionellen Pächtern): Renommierte Bahntechnikunternehmen kümmern sich oft selbst um die Instandhaltung der von ihnen errichteten Anlagen und viele Betriebsangelegenheiten, was den Verwaltungsaufwand für den Eigentümer reduziert.
  • Potenzial für höhere Pachtzinsen: Aufgrund der spezifischen Anforderungen und der oft hohen Wertschöpfung im Bahntechniksektor können höhere Pachtzinsen erzielt werden als bei herkömmlicher Gewerbeflächenverpachtung.
  • Beitrag zur regionalen Wirtschaftsentwicklung: Durch die Ansiedlung von Bahntechnikunternehmen können Arbeitsplätze geschaffen und die regionale Wirtschaft gestärkt werden. Dies kann auch positive Effekte für den Grundstückseigentümer haben.
  • Diversifizierung des Immobilienportfolios: Die Verpachtung an einen spezialisierten Sektor wie die Bahntechnik kann zur Diversifizierung eines Immobilienportfolios beitragen und Risiken streuen.
  • Potenzial für Kooperationen: Je nach Art der Nutzung können sich Möglichkeiten für weiterführende Kooperationen oder Dienstleistungen mit dem Pächter ergeben.
Kategorie Schwerpunkt Relevante Aspekte für Grundstückseigentümer
Standortvoraussetzungen Infrastruktur und Anbindung Netzanbindung (Bahn, Straße), Energieversorgung, Wasser, Abwasser, Telekommunikation. Prüfen Sie, welche Infrastruktur bereits vorhanden ist und wie leicht weitere Anschlüsse realisiert werden können.
Nutzungszweck Spezifische Anforderungen Werkstatt, Lager, Produktion, Logistik, Testgelände. Die genaue Nutzungsart bestimmt die benötigte Fläche, die Bodentragfähigkeit und eventuelle Lärmschutzauflagen.
Vertragsgestaltung Rechtliche und wirtschaftliche Absicherung Pachtdauer, Pachtzins (inkl. Indexierung), Regelungen zu baulichen Veränderungen, Instandhaltung, Rückbaupflichten, Kündigungsfristen. Holen Sie sich juristischen Rat.
Risikomanagement Haftung und Versicherung Umgang mit Umwelthaftung, Betriebshaftpflicht, Sachschäden. Klären Sie die Versicherungsanforderungen für den Pächter und Ihre eigene Absicherung.
Genehmigungsverfahren Behördliche Anforderungen Prüfen Sie die Notwendigkeit von Baugenehmigungen, Genehmigungen für Gleisanschlüsse und eventuelle Umweltauflagen. Der Pächter ist oft für die Einholung zuständig.

FAQ – Häufig gestellte Fragen zu Grundstück für Bahntechnik verpachten

Welche rechtlichen Besonderheiten muss ich als Grundstückseigentümer beachten, wenn ich mein Grundstück an ein Bahntechnikunternehmen verpachte?

Sie müssen insbesondere die Bestimmungen des Baugesetzbuches und des Eisenbahnrechts beachten. Eine präzise Abgrenzung des Pachtgegenstandes, klare Regelungen zur Nutzungsart und zur Errichtung sowie zum Rückbau von Anlagen sind essenziell. Die Einholung von behördlichen Genehmigungen für Gleisanschlüsse obliegt in der Regel dem Pächter, aber die Sicherstellung der grundsätzlichen Bebaubarkeit und die Einhaltung von Infrastrukturstandards sind auch Ihre Verantwortung. Ein detaillierter Pachtvertrag, idealerweise geprüft von einem auf Immobilien- und Baurecht spezialisierten Anwalt, ist unerlässlich.

Wie hoch kann der Pachtzins für ein Grundstück im Bereich Bahntechnik sein und wovon hängt das ab?

Der Pachtzins wird von einer Vielzahl von Faktoren beeinflusst. Dazu gehören die Lage des Grundstücks, seine Größe und Zuschnitt, die vorhandene Infrastruktur (Energie, Wasser, Abwasser, Telekommunikation), die Anbindung an das öffentliche Schienennetz und das Straßennetz, die Bodentragfähigkeit und die spezifischen Anforderungen des Pächters. Grundstücke mit bestehenden Gleisanschlüssen oder in der Nähe wichtiger Bahnkorridore erzielen in der Regel höhere Pachtzinsen. Eine individuelle Bewertung durch einen Sachverständigen oder eine Marktanalyse ist ratsam.

Muss ich als Grundstückseigentümer Investitionen in die Infrastruktur tätigen, wenn ich mein Grundstück für Bahntechnik verpachte?

Das hängt stark vom Pachtvertrag und dem Verhandlungsgeschick ab. Oftmals übernimmt der Pächter die Kosten für die Errichtung spezifischer Anlagen wie Gleisanschlüsse, Werkstatthallen oder Lagerflächen, da diese direkt seinem Geschäftsmodell dienen. Es ist jedoch ratsam, dass das Grundstück bereits über grundlegende Anschlüsse (Strom, Wasser etc.) verfügt oder deren einfache Realisierung möglich ist. Die Bereitschaft, in bestimmte Infrastruktur zu investieren, kann Ihre Verhandlungsposition stärken und höhere Pachtzinsen ermöglichen, aber diese Investitionen sollten im Pachtvertrag klar geregelt sein.

Welche Art von Unternehmen sind typische Pächter für Grundstücke im Bereich Bahntechnik?

Typische Pächter sind Unternehmen aus den Bereichen Schienenfahrzeugherstellung und -wartung, Bahninfrastrukturbetreiber, Logistikunternehmen mit Schienenanbindung, Hersteller von Bahnkomponenten (z.B. Signalanlagen, Gleismaterial), Gleisbauunternehmen und spezialisierte Dienstleister für die Bahnbranche. Oft handelt es sich um etablierte nationale oder internationale Firmen mit hohem Finanzbedarf und langfristigen Planungen.

Wie lange sind Pachtverträge für Grundstücke im Bereich Bahntechnik üblicherweise?

Aufgrund der oft hohen Investitionssummen, die Pächter tätigen, und der strategischen Bedeutung des Standortes für ihre Geschäftstätigkeit, sind Pachtverträge im Bereich Bahntechnik meist langfristig angelegt. Laufzeiten von 10, 20 oder sogar 30 Jahren sind keine Seltenheit. Oftmals beinhalten die Verträge auch Optionen zur Verlängerung, um dem Pächter Planungssicherheit zu geben.

Welche Rolle spielt die Bodengutachtung bei der Verpachtung eines Grundstücks für Bahntechnik?

Die Bodengutachtung spielt eine entscheidende Rolle. Bahntechnische Anlagen, insbesondere Gleise, Schienenfahrzeuge und schwere Maschinen, stellen hohe Anforderungen an die Tragfähigkeit des Untergrunds. Ein aussagekräftiges Bodengutachten, das eine ausreichende Tragfähigkeit bescheinigt, ist für potenzielle Pächter ein wichtiges Kriterium und kann den Pachtzins positiv beeinflussen. Es hilft auch, potenzielle Risiken bezüglich Gründungskosten und Stabilität der errichteten Anlagen zu minimieren.

Was passiert mit den vom Pächter errichteten Anlagen nach Ende des Pachtvertrages?

Die Regelungen hierzu müssen unbedingt im Pachtvertrag fixiert werden. Üblich sind folgende Szenarien: Der Pächter ist verpflichtet, alle vom ihm errichteten Anlagen auf eigene Kosten zurückzubauen und den ursprünglichen Zustand wiederherzustellen (Rückbaupflicht). Alternativ kann vereinbart werden, dass die Anlagen in das Eigentum des Grundstückseigentümers übergehen, gegebenenfalls gegen eine Ablösesumme. Eine weitere Möglichkeit ist die Verlängerung des Pachtvertrages, falls beide Parteien dies wünschen.

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